< Mixed-Achter mit Fotofinish

Comeback der Meister-Ruderer von Duisburg


zwei Mal hatten sie vorher trainiert, ,,denn wir wollten uns vor den 150 bis 200 Leuten, die da beim Bootshausstehen, ja nicht blamieren", sagte der 72-jährige Heiko Pörtner. Der Tübinger wurde einst mit seinen damaligen Teamkollegen des RV Fidelia Tübingen Wilhelm Dieter, Gerhard Helle und Rainer Heusel Deutscher Meister im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann.

Ich habe lange gesagt, das war der glücklichste Moment in meinem Leben", sagte Pörtner. In Duisburg

auf war das im Jahre 1969.
In Tübingen, 50 Jahre später, ruderten Pörtner, Dieter und Helle aus dem damaligen Meister-Team noch einmal im Vierer. Weil Heusel keine Zeit hatte, sprang Frank Rühle ein, auch ein ehemaliger erfolgreicher Fidelia-Ruderer. Etwa fünf Kilometer ruderten die vier im Neckar alles synchron und formidabel. „Wir

waren so gut wie nie im Training", sagte Pörtner schmunzelnd, „es war super!" Parallel ruderte ein

neuer Vereins-Vierer, dessen Boot auf den Namen„Georg Fritz" getauft wurde. In seiner .Rede beim

Bootsfest des Vereins erinnerte Pörtner an jenen Georg Fritz, der wenige Wochen vor der Deutschen

Meisterschaft in Duisburg als Trainer einsprang und die vier Tübinger trainierte. Der bisherige Coach hatte

berufsbedingt nach Norddeutschland ziehen müssen. Nach dem Showrudern gönnten sich die vier

fast Gleichaltrigen „noch eine Flasche Schampus",wie Pörtner berichtete. Das Rudertalent hat Pörtner

übrigens einem· Neffen weitergegeben: Kristof Wilke,der 2012 in London Olympiasieger mit demDeutschland-Achter wurde.

Quelle: Schwäbisches Tagblatt vom 10.07.2019