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Ehrenmitglied Andreas Oßwald verstorben

Andreas Oßwald – Ein Nachruf


Von Peter Kreuzmann

Am 7. November 2020 verstarb drei Wochen vor seinem 63. Geburtstag unser Ehrenmitglied Andreas Oßwald. „Andes“, so war er im TRV wohlbekannt, trat dem Verein am 25. August 1970 bei. Schon im Jahr 1971 konnte er seine ruderischen Qualitäten unter Beweis stellen, nämlich als baden-württembergischer Vertreter beim Bundesentscheid auf der stürmischen Außenalster in Hamburg; leider reichte es dort mit seinem Partner Rudi Haux im Doppelzweier (noch) nicht zu einer Medaille. In den Jahren 1973 und 1974 erruderte er dann aber vier Titel bei den Landesmeisterschaften in Breisach, sowie einen dritten und fünften Platz bei Deutschen Jugendmeisterschaften. In den darauf folgenden Jahren war Andes in Mannschaftsbooten der „2. Wettkampfebene“ erfolgreich vertreten, unter anderem auch im legendären „Bier-Vierer“. In dieser Zeit trat er auch dem Ruderverein Waldsee bei. Insgesamt holte er in seiner aktiven Zeit 31 Siege für den TRV. Im Jahr 1976 war ich mit ihm in Waldsee im Doppelzweier am Start (m.W. Senior-A-2x oder Elite II-2x). Wir zogen einen so gewaltigen Frühstart, dass der Starter beim Herumfuchteln mit seinen Fahnen vor Schreck die Starterglocke ins Wasser fallen ließ. Nachdem er uns zurückbeordert hatte, ermahnte er uns „Tübingen, ich verwarne sie! Und ihr Verein ersetzt die Glocke!“. Wir haben oft darüber gelacht. Gewonnen haben wir dann das Rennen im zweiten Anlauf.

Als gelernter Baufachmann war es für Andes selbstverständlich, den Verein in den 1990er-Jahren auch in dieser Hinsicht zu unterstützen. Als Verantwortlicher für das Bootshaus, Leiter Liegenschaften, wurde unter seiner Regie der Garagenanbau („Hasenstall“) erstellt, das Dach im Bereich der Hausmeisterwohnung neu gedeckt, sowie die Fassade gerichtet und gestrichen. Er ließ es sich auch nicht nehmen, die Terrasse zu erweitern und eigenhändig komplett neu zu verlegen. Andes ist auch der „Erfinder“ der heute noch gebräuchlichen Arbeitsdienst-Karten. Legendär sind die von ihm für viele Vereinsmitglieder kreierten Spitznamen. Als Kostproben seien hier genannt „Boskop“, „Urmele“, „Shorty“, „Xelsbrot“.

Nachdem er Ende der 1990er-Jahre ein Haus in Mössingen-Öschingen erworben hatte, wurde es zunehmend ruhiger um ihn, nur noch selten sah man ihn am Stammtisch und bei Vereinsfesten. In Anbetracht seiner Verdienste um den TRV und nach 50-jähriger Mitgliedschaft ernannte ihn die Mitgliederversammlung am 18. März 2020 zum Ehrenmitglied. Nach längerer Krankheit musste er sich jetzt in seinem letzten Rennen leider geschlagen geben. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.